Besondere Bedeutung einer gezielten Intim-Hygiene
Richtige Intimpflege: Gründlich und sanft
Tägliche Intimpflege ist wichtig, um sich vor Krankheiten zu schützen. Und doch ist dies ein Thema, bei dem hierzulande noch viel Unsicherheit herrscht.
Die Haut im äußeren Intimbereich
Im äußeren Intimbereich, auch Vulva oder vulvarer Bereich genannt, herrscht ein Hauttypus vor, der dem an der Kopfhaut und der Achselhöhlen ähnelt: in eine normale Epidermis mit Hornzellen sind eine Vielzahl von Schweiß- und Fettdrüsen eingebettet, und es gibt Haarbewuchs. An der Innenseite der äußeren Schamlippen geht dieser Hauttypus allmählich in Schleimhaut über. Die Haut des äußeren Intim-Bereichs ist besonders reizempfindlich und entwickelt bei bestimmten Reizsubstanzen Reaktionen, die als brennend und stechend beschrieben werden. Ungeeignete Waschmittel können dies zur Folge haben – Intim-Waschlotionen wurden speziell entwickelt, um dies zu verhindern.
Hautfeuchtigkeit und pH-Wert
Beide Faktoren haben erheblichen Einfluss auf mikrobielles Wachstum.
Hautfeuchtigkeit: Es handelt sich hier um ein durch Okklusion geprägtes Areal, was sich aus den Hautfalten ergibt und der Tatsache, dass der Bereich meist durch Textilien bedeckt ist. Dieser Zustand führt zu Schweißabsonderungen der vulvaren Epidermis, was die Schutzfunktion der Haut beeinträchtigen kann. Studien haben ergeben, dass die Haut der Vulva eine besonders hohe Wasserdurchlässigkeit (Permeabilität) aufweist.
pH-Wert: Im Vaginaltrakt liegt der pH-Wert mit ≤4,5 klar im sauren Bereich. Er wird erzeugt durch Lactobazillen und so genannte Doederlein-Bakterien, die etwa 90% der vaginalen bakteriellen Flora einer erwachsenen Frau darstellen. Das saure Milieu fördert kein bakterielles Wachstum pathogener Keime und stellt somit eine Art Selbstverteidigung dar.
Der pH-Wert im vulvaren Bereich ist dem der Haut in dieser Körperregion (pH 5,6) ähnlich, durch Urin und andere alkalische Sekrete (z.B. Schweiß) besteht aber ständig das Risiko, dass er ansteigt. Anders als im sauren, wird im alkalischen Milieu bakterielles Wachstum gefördert. Eine Veränderung des pH-Wertes im äußeren Vaginal-Bereich, z.B. infolge ungeeigneter Hygiene, kann zu Veränderungen des pH-Wertes auch innerhalb des Vaginal-Traktes führen, und somit das Verteidigungssystem destabilisieren. Als Folge können gynäkologische Krankheiten auftreten.
Mikrobielle Besiedlung und Kontamination im äußeren Intim-Bereich
Anders als im Vaginaltrakt,
wird deräußere Intimbereich durch eine Vielzahl Stämme besiedelt. Dabei bevorzugen sie die vulvare, weil hornhautbeschichtete und somit rauere Haut, weniger die vaginale Schleimhaut. Auch pathogene Keimen können dazu zählen: die meisten dieser Keime gelangen über den Stuhlgang in die Hautregionen am Rande des vulvaren Bereichs, von wo aus sie sich bei entsprechenden Voraussetzungen weiter ausbreiten können.
Keine Gefahr droht, solange der pH-Wert in seinem normalen Bereich verweilt oder durch Hygienemaßnahmen, z.B. die Verwendung von Intim-Waschlotionen, gehalten wird, steigt er jedoch an, wachsen die Mikroorganismen und somit auch die pathogenen Keime, was Befindlichkeitsstörungen wie Hautreizungen und Juckreiz sowie Krankheiten auslösen kann. Mikroorganismen sind ferner maßgeblich am Entstehen unangenehmer Gerüche beteiligt.

